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Zum Tag der Kriminalitätsopfer (22. März) fordert der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität und Gewalt, eine bessere Versorgung seelisch belasteter Verbrechensopfer durch Schaffung eines flächendeckenden Netzes von Trauma-Ambulanzen.
Neben den körperlichen und wirtschaftlichen Folgen leiden Kriminalitätsopfer meist auch an seelischen Belastungen infolge einer Straftat. Es fehlt in Deutschland jedoch an einer flächendeckenden Versorgung schwer traumatisierter Opfer. Deshalb fordert der WEISSE RING mehr Hilfe für seelisch belastete Verbrechensopfer. Unter Fachleuten ist es eine Binsenweisheit, dass eine psychologische Versorgung nach der Straftat schnell erfolgen muss. Dem haben auch die Interessen von Polizei und Staats-anwaltschaft im Zusammenhang mit der Straftat-Aufklärung ebenso Rechnung zu tragen wie die Klärung strittiger Fragen der Kostenübernahme. Zu allererst gehe es um das Wohl des Opfers, mahnt der WEISSE RING. Zu einem guten Teil werden die Behandlungskosten von Gewaltopfern vom Gemeinwesen übernommen. Grundlage hierfür ist das Opferentschädigungsgesetz, das auch die sofortige Heilbehandlung sicherstellen soll. Doch die tägliche Praxis sieht anders aus. Nur in Nordrhein-Westfalen ist derzeit eine flächendeckende Versorgung mit Trauma-Ambulanzen vorhanden. Bayern, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz sind auf einem guten Weg. Und im Rest der Republik? Vereinzelt finden sich Initiativen an lokalen Krankenhäusern, Opfern und ihren Angehörigen werden hunderte Kilometer Wegstrecke zugemutet. Das muss sich ändern, fordert Deutschlands größte Opferhilfs-Organisation und appelliert an Bund und Länder, für eine flächendeckende psychologische Versorgung durch Trauma-Ambulanzen zu sorgen. Es kann doch wohl nicht auf eine Erkrankung "im Sinne der Verwaltungsvorschrift" gewartet werden, um erst dann die Behandlung zu beginnen. Damit verfestigt sich das Krankheitsbild eher, die Behandlungsintensität nimmt zu, der Heilungsprozess gestaltet sich langwieriger und kostenintensiver, die Aussicht auf Erfolg der Heilbehandlung schwindet. Doch leider erweisen sich veraltete Gesetze und das Festhalten an starren Verwaltungsabläufen auch hier oft genug letztendlich als Anti-Prävention wider besseres Wissen. Das frühzeitige Erkennen der mit einem traumatischen Erlebnis wie einer Gewalttat stets verbundenen psychischen Belastungen und die zeitnahe ärztliche Versorgung bedeuten wirksame Opferhilfe und führen in aller Regel auch zu Kosteneinsparungen. Wenn die für umfassenden Opferschutz politisch Verantwortlichen es ernst meinen mit diesem wichtigen gesellschaftlichen Anliegen, dann muss die bundesweite Einrichtung und Finanzierung von Trauma-Ambulanzen sichergestellt werden. Zudem gilt es, die Hemmschwelle bei den durch die Tatfolgen psychisch belasteten Opfern für die Annahme dieses Hilfsangebotes zu senken. Dies muss niederschwellig, kostenlos, leicht erreichbar und überall verfügbar sein! Nur so kann der Staat die Lebensqualität von Menschen sichern, die er nicht vor kriminellen und gewalttätigen Übergriffen hatte schützen können. Quelle: WEISSER RING e. V. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des WEISSEN RINGS e.V. Informationen zur Arbeit und zu weiteren sozialrechtspolitischen Forderungen des WEISSEN RINGS finden Interessierte unter www.weisser-ring.de. |
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