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Alt 31.05.2011, 17:36   #1
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Ausrufezeichen Frankfurter Frauennotruf: Kachelmann-Prozess schüchtert Betroffene ein

Zitat:
Frankfurt am Main, Mai 2011 – Vergewaltigung – ein Thema, das die Weltöffentlichkeit derzeit besonders bewegt. Nicht nur in New York, wo eine Hotelangestellte den ehemaligen IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn beschuldigt, sie sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben. Auch in Mannheim, wo Jörg Kachelmann am Dienstag die Urteilsverkündigung im Vergewaltigungsprozess gegen ihn erwartet. Oft berichten die Medien einseitig und relativieren die Anschuldigungen gegen die Männer. Sie berichten von „Sex-Skandalen“ und von Männern und ihrer “unkontrollierten Lust“. Auch in Internetforen und Bloggs ist von “Grenzfällen sexuellen Verhaltens“ und “Sex-Fallen“ die Rede.Die betroffenen Frauen hingegen geraten nicht selten unter den Generalverdacht, sich mit einer Anzeige nur an einem unbescholtenen Mann rächen zu wollen. Gudrun Wörsdörfer vom Frankfurter Frauennotruf: „Vor allem die Glaubwürdigkeit der Frau steht auf dem Prüfstand. Oft steht die Öffentlichkeit eher auf der Seite des mutmaßlichen Vergewaltigers.“ In der Beratung thematisieren viele Betroffene die Signale, die sie der Presse entnehmen: Mir glaubt sowieso keiner.

Internationale Studien zeigen jedoch, dass die Realität anders aussieht: Jede siebte Frau erlebt einmal im Leben eine Vergewaltigung oder eine schwere sexuelle Nötigung. Allerdings erstatten nur etwa 5% der Frauen Anzeige, die seit dem 16. Lebensjahr sexuelle Gewalt erfahren haben. (Quelle: Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland; Prof. Dr. Ursula Müller, Dr. Monika Schröttle, BMFSFJ, 2004). Die Verurteilungsquote liegt entsprechend darunter. Sexuelle Gewalt bleibt damit für viele Täter, die meisten von ihnen sogar Wiederholungstäter, nahezu ohne Konsequenzen. Gudrun Wörsdörfer: „Wir fordern Politik und Medien auf, eindeutig gegen diese Form von Gewalt und Grenzverletzung Stellung zu nehmen. Sexuelle Gewalt ist in keinem einzigen Fall entschuldbar oder hinnehmbar.“

Denn trotz der Belastungen, die Frauen in einem Gerichtsverfahren durchstehen müssen, betont Gudrun Wörsdörfer: „Wir ermutigen dazu, sich nicht abschrecken zu lassen. Den Täter anzuzeigen, bietet die Chance, das Erlebte juristisch abzuschließen.“ Die Beraterinnen informieren umfassend über die rechtlichen Möglichkeiten. Auf der Grundlage von detaillierten Informationen zum Vorgehen von Polizei und Gerichten können die Frauen dann fundiert entscheiden, ob sie Anzeige erstatten oder nicht.

Das Ausmaß und die Folgen von Gewalt gegen Frauen publik zu machen – dafür hat sich der Frankfurter Frauennotruf immer eingesetzt. Im gerade veröffentlichten Tätigkeitsbericht 2010 zieht die Beratungsstelle Bilanz: Der Beratungsbedarf hat sich deutlich erhöht. Mehr Nutzerinnen als je zuvor wandten sich nach einer Vergewaltigung an die Beratungsstelle (137 Vergewaltigungsfälle von insgesamt 715 Anfragen in 2010). Um betroffene Frauen noch besser zu erreichen, sie umfassend zu beraten und bei der Bewältigung der Folgen zu unterstützen, ist die Beratungsstelle allerdings auf eine bessere finanzielle Ausstattung angewiesen.

Mehr über die Beratungstätigkeit und den neuen Tätigkeitsbericht des Frauennotrufs finden Sie unter http://www.frauennotruf-frankfurt.de
Die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt berät fast 30 Jahren Frauen und Mädchen, die Opfer von sexueller oder körperlicher Gewalt wurden, schnell und konkret. Für die Betroffenen ist der Frauennotruf – auch mit Gebärden- und Sprachdolmetscherinnen – kostenlos. Obwohl der Frauennotruf von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen Unterstützung erhält, reichen die Mittel bei Weitem nicht aus. Mit einer besseren finanziellen Ausstattung können wir viel bewirken und Frauen und Mädchen effektiv unterstützen.

Website: http://www.frauennotruf-frankfurt.de
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Alt 01.06.2011, 19:57   #2
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Standard AW: Frankfurter Frauennotruf: Kachelmann-Prozess schüchtert Betroffene ein

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Danke für diesen Artikel, dessen Inhalt ich für so wichtig halte!
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Stichworte
gesellschaftliche anerkennung, gesellschaftliche reaktion, gesellschaftliche vorurteile, grenzfälle sexuellen verhaltens, sexualisierte gewalt, sexualisierte gewalt in der partnerschaft, sexualstrafrecht, unterstützung von betroffenen frauen, verunsicherung von betroffenen

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