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Hallo ihr Lieben
Mich würde mal interessieren, ob ihr Betroffenen Anzeige gegen den/die Täter erstattet habt? Und wenn ja vielleicht wie es ablief und ausging, wenn ihr das erzählen wollt/könnt. Wenn nicht: was sprach für euch dagegen Anzeige zu erstatten? Und an die Angehörigen: habt ihr vielleicht schon mal ein Opfer auf diesem Weg begleitet? Wie empfandet ihr das? Liebe Grüße Feuerkind |
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Forum Engel
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Hi,
mit 17. wurde ich von meinen Stiefvater mich verg....während meine Mutter zur Kur gewesen ist. Kurz danach bin ich ausgezogen, aber angezeigt hab ich ihn nicht. Später war ich zwar mit einer Freundin gemeinsam bei einer Beratungsstelle und selbst die haben gezweifelt. Also wozu hätte ich ihn anzeigen sollen? Es wäre sicher alles nur schlimmer geworden. Geändert von Tinchen (25.04.2010 um 16:47 Uhr) |
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Forum-Experte
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Danke für deine Antwort Tinchen
Die Beratungsstelle hat gezweifelt? wow, das ist ja mal heftig, da glaube ich dir, dass du dich da gegen eine Anzeige entschieden hast. Ich selber habe meinen Erzeuger auch nie angezeigt, man hat mir auch davon abgeraten. Es hätte nichts gebracht. Ich habe eigentlich keine Erinnerung und somit auch keine Beweise. Zudem haben sie mir gesagt es war "eh nicht so schlimm" (na danke...) und es würde somit eh nix bringen... Bin auf weitere Meinungen und Antworten gespannt. Liebe Grüße |
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Zitat:
![]() Ich hab meinen Ex auch nicht angezeigt. Wollte ich auch nie... eine Freundin hat immer versucht mich zu überreden, aber da war ja nix wofür ich ihn hätte anzeigen können... oh man, ich merk grad wieder, dass ich doch mal meine geschichte hier aufschreiben sollte ![]() lg Lian |
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#5 | |
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Zitat:
Bei mir verlief manches etwas anderes. Tja ich hatte damals gar nicht mehr die freie Entscheidung ob ich Strafanzeige möchte oder nicht. Aufgrund der Gesamtsituation im Dezember 2002 kam es automatisch zu einem Ermittlungsverfahren und später zum Prozess. In der gesamten Zeit war ich innerlich völlig hin und hergerissen und es gerade in der Zeit während meines Klinikaufenthaltes, sowie in den ersten Wochen danach gab es oft Tage, an dennen ich wünschte habe das mein damalige Wille respektiert wird. Später hatte ich aber das Glück, dass eine sehr nette Staatsanwältin geraten bin und ab den Zeitpunkt wollte ich es dann auch selber. Außerdem hatten zwei gute Freunde ungefähre zeitgleich den Kontakt zu einer bekannten Opferschutzorganisation aufgenommen und von den zuständigen Mitarbeitern bekam ich wirklich großartige Unterstützung! Über den eigentlich Ablauf des Verfahrens möchte ich nicht unbedingt soviel schreiben, weil echt schwierig ist sich nach so langer Zeit an Einzelheiten zu erinneren. Allerdings weiss ich noch genau das gerade die letzte Woche vor dem Gerichtstermin nur von völligen Gefühlschoas herrscht. Das eigentlich Urteil fiel dann sehr zu Gunsten meines Vaters aus. Ich wollte zwar nicht das er ....weggesperrt wird, aber er hätte wenigstens an diesem Tag keine Bewährung bekommen dürfen.Seine Bewährung wurde allerdings später widerrufen..... Über meine eigene Geschichte werde bald in dem geschützen Bereich noch mal ausführlicher schreiben. ![]() LG,Vicky Geändert von Vicky (28.04.2010 um 11:48 Uhr) |
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Forum Engel
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Hi Feuerkind,
zumindest empfand ich es so.Mir gings nach zwei Gesprächen noch schlechter. Eigentlich will ich mir gar nicht vorstellen was passiert wäre wenn ich ihn angezeigt hätte. Meine Freundin wollte mich auch dazu drängen..... |
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#7 |
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Team-Mitglied
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Hallo ihr lieben,
![]() da ich schon einige junge Frauen zu Beratungsstellen und auch zu späteren Gerichtsterminen begleitet habe, weiss ich wie schwierig es jedes Opfer ist. Was mich etwas verwundert ist das ihr gar so negative Erfahrungen mit Beratungstellen gemacht habt. Klar nicht jede Anlauflaustelle arbeitet nach den gleichen Prinzipien und es darf auch nicht vergessen werden dort auch "nur" Menschen die Gespräche führen. Seit ihr lediglich bei einer Mitarbeiterin gewesen oder habt ihr es vielleicht auch noch mal wo ganz anders versucht? Mein persönlichen Erfahrungen sind im Wesentlichen sehr gut und mir sind oft sehr nette Mitarbeiterin begegnet,welche betroffene Frauen engagiert betreuen. Denn es ging ja nicht nur darum den möglicherweise strafrechtlich in die Verantwortung zu nehmen, sondern auch um die gesamte psychische Betreuung. Die Entscheidung zur oder gegen eine Anzeigen kann aber nur jede Frau für sich ganz allein. Habt bitte Verständnis, dass ich über meine Erfahrungen als Begleitperson von Betroffenen nur sehr allegemein schreiben kann. In Absprache mit dem Support werden wir jedoch gemeinsamt einige wichtige Informationen im Bezug über den Ablauf eines Strafverfahrens zusammentragen. und an passender Stelle euch allen zur Verfügung stellen.Vielleicht kann diese für mache von euch für eine mögliche Entscheidung hilfreich sein. Es grüßt euch die liebe Chris
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#8 |
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Forum Engel
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Hallo @Feuerkind,
ich finde dieses Thema sehr wichtig und hoffe das sich noch recht viele zu deiner Frage äußeren. Meine Partnerin hat den Täter damals angezeigt und er bekam eine Haftstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten. Begleitet hab ich sie nicht, da wir uns erst später kennen lernten. Ich finde das jede Frau ermutigt werden sollte den Täter zur Verantwortung zu ziehen, allerdings kann ich auch jedes Opfer verstehen, welches sich den beschwerlichen Weg eines Verfahrens nicht ausliefern möchte. LG Mütze |
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#9 |
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Mitglied
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Ich hab ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich meinen Mann wegen Vergewaltigung angezeigt habe und dass er zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten verurteilt worden ist. Zusätzlich habe ich, allerdings vor der eigentlichen Verhandlung bereits per einstweiliger Anordnung, durchsetzen können dass er mir nicht näher kommen darf als 100 meter.
Ein weiterer Vorteil war, dass ich dadurch dass ich eine Anzeige gemacht habe, und das Verfahren noch lief, beim Einwohnermeldeamt durchsetzen konnte, dass meine Adresse gesperrt wird, als ich in meine eigene Wohnung zog. (Als ich die Anzeige gemacht habe war ich ja noch im Frauenhaus) Ich muß auch sagen, jeder Betroffene muß letztendlich selber entscheiden ob er eine Anzeige macht oder nicht.... der Weg ist schwierig, wenn ich was anderes erzählen würde, dann würde ich lügen. Ich habe mich irgendwann dazu entschlossen, eine Anzeige zu machen, 1. weil ich ihm endlich eine Grenze setzen wollte, weil ich damit gerechnet habe dass er mich sucht und mir hinterherzieht und ich ohne diesen Schritt nie Ruhe vor ihm bekomme... und dass die 140 km abstand nicht ausreichen die ich zwischen uns gebracht hatte. (genau so ist es ja dann auch passiert) 2. weil ich irgendwann dachte... er hat mir 10 Jahre lang immer wieder weh getan... und das was ich mit ihm erlebt habe... und womit ich jeden Tag leben muß... das erleben selber -- das kann doch gar nicht schlimmer sein als darüber zu reden. Das hab ich mir dann tagelang immer wieder gesagt um mir selber Mut zu machen. Ich bin dann irgendwann im September zur Polizei gegangen, beim ersten mal mit einer Mitarbeiterin des Frauenhauses. Als ich gesagt habe weshalb ich da bin, wen ich anzeigen möchte und warum empfand ich es als sehr positiv, dass ich auf der Polizeiwache direkt gefragt wurde ob ich die Aussage lieber bei einer Frau machen wolle. Ob eine Person meines Vertrauens dabei sein soll ... ich habe mich damals ganz bewußt dagegen entschieden.. aber auch das kann nur jeder Betroffene für sich selber entscheiden. Die Aussagen müssen leider möglichst genau sein. Man sollte schon wirklich aussprechen was passiert ist. Auch wenn es schwer fällt... mir selber hat in diesem moment sehr geholfen, dass ich das vorher schon mal für mich selber erst einmal aufgeschrieben habe... erst einmal ohne dass es jemand liest... (nur einfach weil ich mir irgendwann gesagt habe, dass war so heftig das willst du jetzt nicht wieder verdrängen und runterspielen und dich selber belügen) Einige Wochen nach der ersten Aussage mußte ich noch einmal erneut zur Vernehmung... noch einmal Aussagen und alles bis ins Detail beschreiben... am 30.06.2009 war dann die Gerichtsverhandlung beim Landgericht Paderborn.. auch dort mußte ich gegen meinen noch-Mann aussagen... (müssen.. ist rechtlich falsch ausgedrückt, ich bin ja dummerweise immer noch verheiratet, ich hätte das Recht gehabt die Aussagen zu verweigern,aber das hätt ja nicht weitergeholfen) .... Ich hätte auch in den Gerichtssaal eine Person meines Vertrauens mitnehmen können... Naja die Verurteilung dann....Es wahr ein sehr gutes Gefühl, dass mir geglaubt worden ist. Dass mein Mann gesehen hat, das Recht hatte er nicht!!! Das hat mir verdammt gut getan. Leider ist mein noch Ehemann in Revision gegangen... allerdings ist diese Revision vom Bundesgerichtshof am 10 März dieses Jahres abgelehnt worden. Ohne weitere Verhandlung!
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#10 |
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Forum-Experte
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Danke Firestarter
Ich muss sagen, ich habe höchsten Respekt vor dir, dass du das so durchgezogen hast und ich freue mich für dich, dass es erfolgreich war! Ich hoffe, dass dies ein weiterer Schritt auf deinem Heilungsweg war. Danke für deine Offenheit. Alles Liebe |
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| ermittlungsverfahren, kindesmissbrauch, rechtliche schritte, strafantrag, strafanzeige, vergewaltigung, verhandlung |
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