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Alt 28.05.2010, 00:04   #1
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Standard Medikamentöse Unterstützung?

Huhu
Ich wollte mal fragen, welche Erfahrung ihr so mit medikamentöser Unterstützung bei psychischen Erkrankungen gemacht habt.
Nehmt ihr selber Medikamente oder habt mal welche genommen?
Was hat euch dazu bewegt/ bzw eventuell auch bewegt sie wieder abzusetzen?

Wie steht ihr allgemein zu Psychopharmaka und medikamentöser Unterstützung, zB während einer Therapie? Sinnvoll oder nicht?

Ich spreche natürlich hier nur von Dingen, die von einem Fachmann verordnet und unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden! Soll auch nicht darum gehen sich hier über konkrete Mittel auszutauschen, sondern einfach nur mal so ein Meinungsaustausch wie ihr dazu steht und was so eure Erfahrungen sind.

Ich denke für Menschen, die sich überlegen ob sie so etwas in Anspruch nehmen sollen können solche Erfahrungen durchaus hilfreich sein.

Liebe Grüße
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Mütze (28.05.2010), Support (28.05.2010)
Alt 28.05.2010, 13:12   #2
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Hallo,

in meinem RL gibt es einige Frauen die zumindest über einen gewissen Zeitraum Medikamente einnehmen mußten und meine subjektiver Eindruck von dern "Chemiekeulen" ist ehrlich gesagt sehr geteilt, denn oftmals hatte ich bemerkt das Psychopharmaka bei einige Menschen nicht unerhebliche Nebenwirkungen hatten, welche u.a. zu anderen gesundheitlichen Problemen führten.Bei vielen aktuten Krankenheitsbildern ist jedoch eine Kombination aus psychotherapeutischer Verfahren und Pharmakotherapie sinnvoll (oder erforderlich).
Ich finde ich diese Frage interssant und hoffe das sich viele an diesem Thread beteiligen.

Viele Grüße
Mütze
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Feuerkind (28.05.2010)
Alt 29.05.2010, 19:29   #3
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Hey,

ich leide seit Jahren unter Depressionen und muss deswegen auch Antidepressiva nehmen.Irgendwie fühl ich mich wie einen Versuchstier.Mein Arzt hat mir jetzt Trimipramin von Neuraxpharm verschrieben.
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Alt 29.05.2010, 19:45   #4
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Huhu Mondkind
Wieso fühlst du dich wie ein Versuchstier?
Bist du nicht so überzeugt von den AD?

Bei mir hat es auch lange gedauert, bis ich das richtige gefunden habe.
Ich habe mittlerweile das 5. Antidepressiva, mit dem komme ich jetzt gut klar, mit anderen vorher war es teilweise echt ne Katastrophe.

Joa daraus könnt ihr ja schließen, wie ich dazu stehe Ich nehme selber Medikamente zur Unterstüzung, schon seit 5 Jahren und es ist ok für mich.
Habe zwischen durch das AD mal abgesetzt (bzw mehrere mal abgesetzt), aber einfach für mich gemerkt es geht nicht ohne... War schwer für mich anzunehmen und zu akzeptieren, dass es ohne nicht geht (nicht grad ein tolles Gefühl), aber es ist ok.

Allerdings bin ich gegen zu viele Medis... In der Klinik (Psychiatrie) wurde ich (obwohl Minderjährig) mit so vielen verschiedenen Medis gleich zeitg behandelt die eigentlich für Erwachsene waren (Beruhigungsmittel, Schlafmittel, AD usw...) das ich einfach gar nicht mehr "ich" war, ich war nur ruhig gestellt und völlig fertig.
Andererseits habe ich manches davon damals auch einfach gebraucht, weil ich es gar nicht ausgehalten hätte.

Es ist hakt ein schmaler Grad heraus zu finden, was man wirklich braucht und was nicht.

Mittlerweile komme ich auch gut ohne Beruhigungsmittel und Schlafmittel aus. Habe zwar welche als Bedarfsmedikamente, aber nehme die echt selten mittlerweile, die abstände wurden dann immer seltener in denen ich die Tabletten benötigt habe und mittlerweile echt nur noch in Notfällen..

Liebe Grüße
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Mondkind (30.05.2010), Support (30.05.2010)
Alt 30.05.2010, 16:23   #5
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Hey Feuerkind,

ohne Medikamente komm ich leider gar nicht klar. Vor einige Zeit könnte ich kein Antidepressivum nehmen und das endet dann mit dem nächsten Klinikaufenthalt.
Mit Versuchstier ist gemeint dass mein Körper auf jedes AD mit heftigen Nebenwirkungen reagiert. Das kennst du sicher auch.Oder?
Jetzt bekomme ich bereits das 3 Antidepressiva und die Probleme sind trotzdem fast gleich.

Geändert von Mondkind (30.05.2010 um 16:25 Uhr)
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Alt 30.05.2010, 20:57   #6
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Hallo,

selber bekam ich nur in den erst Tage in der Klinik täglich 2mg Tavor zur Beruhigung und gegen meinen Schlafstörungen. Danach wurde es nur als Bedarfsmedikation eingetragen, wovon ich später nur selten Gebrauch gemacht hab.Da ich an die erst Tage meines Klinikaufenthaltes kaum noch Erinnungen hab, sag ich einfach mal das sich es gut vertragen haben muß.
Anonsten war hab ich persönlich mit der Einnahme von Psychopharmaka keine Erfahrungen, allerdings hab ich ofters erlebt wie sehr sich Menschen durch die Einnahme psychische (positiv aber aber negativ) verändern.

In der Klinik wo ich meinen Aufenthalt hatte konnte man teilweise den Eindruck gewinnen dass manche Menschen mit psychischen Problemen oft mehr Psychopharmaka verordent bekommen haben, als dass sie therapeutisch behandelt wurden. Sowas finde ich als Behandlungsmethode bei manchen Krankheitsbildern seltsam. Denn eigentlich sollte doch die Psychotherapie bei Menschen mit psychischen Störungen an erste Stelle stehen und eine medikamentöse Behandlung sollte doch lediglich einen unterstützend Zweck erfüllen. Oder vertretet ihr eine andere Meinung?

LG,Vicky
Vicky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2010, 22:23   #7
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Ja Mondkind, das kenne ich leider
Wie ich schon geschrieben habe hat es lange gedauert bis ich das richtige gefunden habe, was ich auch ohne Nebenwirkungen nehmen konnte
Denn es kann ja nicht sein, dass man zwar nicht depressiv ist, aber deswegen wegen schwindel und anderen Dingen flach liegt.

Bist du mit deinem Psychiater zufrieden?
Wirst du immer stationär eingestellt oder ambulant?

Mir haben sie meist empfohlen mich stationär einstellen zu lassen aber das geht ja auch nicht immer, mit dem was ich jetzt nehme (Fluoxetin) hat es auch ambulant gut geklappt und ich komme damit super klar. Aber jeder Körper reagiert ja anders auf ein Mittel.


@Vicky:
Ja da hast du recht. Ich hatte in der Klinikzeit auch oft das Gefühl, dass mehr mit Medis gemacht wurde als mit Therapie, einfach um die Patienten ruhig zu stellen, das kanns ja nicht sein.
Ich seh es so dass Medikamente unterstützend sein sollten, bzw erstmal dazu um einen "therapiefähig" zu machen.

Momentan habe ich keine Therapie, nehme aber weiter Medikamente. Das finde ich auch ok, ich habe nach Therapieende die ADs eigenständig abgesetzt (bitte nicht nachmachen!! *schäm*) und mir ging es dann so schlecht, dass ich jetzt wieder angefangen habe damit, es geht eben bei schweren Depressionen meist nicht ohne Medis. Aber solange ich mit Hilfe der Medikamente mein Leben selbstständige auf die Reihe kriege finde ich das ok...

Liebe Grüße
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Mondkind (31.05.2010), Vicky (31.05.2010)
Alt 30.05.2010, 22:38   #8
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Zitat:
Zitat von Feuerkind Beitrag anzeigen

@Vicky:
Ja da hast du recht. Ich hatte in der Klinikzeit auch oft das Gefühl, dass mehr mit Medis gemacht wurde als mit Therapie, einfach um die Patienten ruhig zu stellen, das kanns ja nicht sein.
Ich seh es so dass Medikamente unterstützend sein sollten, bzw erstmal dazu um einen "therapiefähig" zu machen.

Dass ist genau das, wovor ich die meiste Angst hätte...
Firestarter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2010, 23:09   #9
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Da ist halt immer die Frage, wieviel mitspracherecht man hat und wie fähig man ist selbst zu entscheiden

Bei mir war es echt schlecht weil ich auf der Kinder- und Jugend war und noch minderjährig, da ist es natürlich echt schwer sich durchzusetzen
obwohl ich bei den bedarfmedis wirklich immer selber danach fragen musste.
Also die haben mich nicht einfach zugeballert, außer wenn ich völlig "weg" war.

Allerdings muss man dazu absprachebereit und auch absprachefähig sein. Ist man dies nicht, ist es halt echt schlecht für einen

Liebe Grüße
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Alt 31.05.2010, 14:07   #10
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Standard AW: Medikamentöse Unterstützung?

Huhu Firestarter,

ich finde nicht das so einen pauschale Einstellung ratsam ist. Denn in bestimmten Krisensituationen können Psychopharmaka meiner Auffassung schon eine hilfreiche Unterstützung sein. Ich denke ein guter Therapeut wählt je nach Krankheitsbild eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöse Behandlung.

LG,Vicky
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Feuerkind (31.05.2010)
Antwort

Stichworte
antidepressiva, antidepressivum, medikamente, psychopharmaka, therapie

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