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Alt 16.04.2010, 13:56   #1
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Standard Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Hey ihr lieben,

ich hab grad in einem anderen forum einen Bericht über eine Therapie gelesen und war doch etwas sprachlos.
Es handelte sich dabei um eine "gemischte" Gruppentherapie, in der Täter und Opfer gemeinsam in einer Gruppe waren...
Dazu kamen dann auch noch Konfrontationen in Einzelgesprächen... (die teilweise mehr oder weniger auch "erzwungen" wurden, wenn ich das richtig verstanden habe...)
Haltet ihr sowas für sinnvoll?
Also mit persönlich hat es viel gebracht, mich über Bücher usw. auch über die Täterseite zu informieren... aber ich glaub, wenn da einer vor mir sitzen würde und sagen würde, er hat das wegen dem und dem gemacht und so oder so war das für ihn... da wär ich früher glaub durchgedreht...

(Muss dazu sagen, dass ich heute auch Kontakt mir nem ehemaligen Täter hab und naja, zumindest seine Geschichte kann ich nachvollziehen (ohne das was er getan hat jetzt in schutz nehmen zu wollen oder so...) und *hm* hat mir irgendwie gezeigt, dass ICH wirklich nichts dafür kann, dass das alles so passiert ist... naja, kann dazu ja mal mehr schreiben, wenn ihr Interesse habt.)

Also... wie seht ihr das. Haltet ihr so ne Art von Therapie für sinnvoll? würdet ihr das machen? Oder hat das von euch schomal wer gemacht... also ne Konfrontation mit nem Täter oder so?

Lg
Lian
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Alt 16.04.2010, 18:47   #2
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Wow, harter Tobak

Finde es echt heftig und kann mir irgendwie nicht so vorstellen, wie das funktionieren soll? Gibts da auch schon Ergebnisse oder so über die Wirksamkeit?

Ich glaube ich würde es nicht machen, einfach weil ich gemerkt habe, dass mich vor allem in der stationären Therapie sehr viele Dinge getriggert haben, selbst von Jungs die noch nicht mal erwachsen und somit keinerlei Bedrohung waren, also ich einfach wenn ich so an mir Arbeite oder stationär gehe Schutz brauche, extremen Schutz, den ich da wirklich nicht gegeben sehe.

Das in den Einzeltherapien ist das dann Konfrontation mit dem eigenen Täter?

Eine Therapeutin in meiner Klinik wollte das auch, die hat meinen Vater eingeladen und wollte unbedingt, dass ich mich mit ihm in einen Raum setze, aber zum Glück hat meine Bezugsschwester sich dafür eingesetzt, dass ich nicht musste. Aber bis die Alte das gepeilt hat(also die Therapeutin) musste schon sehr viel passieren...

Aber ganz ehrlich: der Tag war heftig! Das wissen, ich sitze hier auf Station und er da oben, ich saß den ganzen Tag nur ganz nah bei den Betreuern, war mit Beruhigungsmitteln zugepumpt und konnte nicht raus gehen, aus Angst er bleibt nach dem Gespräch auf dem Gelände.
Außerdem war es auch danach ganz schwer für mich, weil er wusste ja dann wo ich war.
Das ging gar nicht, also kann ich jetzt aus meinem Sichtwinkel sagen ich finde so eine Konfrontation (zumal erzwungen) völlig kontraproduktiv.

Wenn das Opfer diese Konfrontation in geschützten Therapierahmen wünscht, ist das wieder was anderes finde ich. Ich denke wenn jemand die Dinge bearbeitet hat und dann so damit abschließen will, kann das sicher hilfreich sein.

Ich könnte und wöllte es nicht.

Sobald ich diesen Mann nur sehe (ist letztes Jahr wieder passiert) kriege ich so dermaßen Angst, Ekel, mir wird schlecht, dass ich das wirklich nicht könnte....


Bin gespannt auf die Meinung der anderen und finde gut, dass du das hier erklärt und zur Diskussion gestellt hast.

Liebe Grüße
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Lian (17.04.2010), Meli (18.04.2010)
Alt 16.04.2010, 18:51   #3
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Hallo,

persönlich hätte ich mir damals eine derartige Gruppe nicht vorstellen können. Weil ich es einfach nicht ertragen hätte, mit solchen Menschen Zeit in ein Raum zu verbringen. Wie ich heute reagieren würde... kann ich nicht sagen, aber während meiner Therapie hätte ich davor viel zuviel Angst und Panik gehabt.
Vor etwas längerer Zeit hatte ich auch schon mal von diesen Gruppen gehört, allerdings auf rein freiwilliger Basis. Ich bin dieser Art von Therapie eherlich gesagt etwas zweigteilt. Wenn ein guter Psychologe wirklich der Meinung sind das ein Mädchen oder eine Frau so stabil ist, dass sie eine Konfrontation verkraftet und sie freiwillig für eine Auseinandersetzung bereit ist, dann es ihr vielleicht helfen. Aber wie gesagt Vorausetzung sollte die freiwillige Zustimmung sein.

Es ist aber eine interessante Frage die du in den Raum gestellt hast.
Bin mal gespannt wie andere von euch darüber denken.

Zitat:
Zitat von Lian Beitrag anzeigen

(Muss dazu sagen, dass ich heute auch Kontakt mir nem ehemaligen Täter hab und naja, zumindest seine Geschichte kann ich nachvollziehen (ohne das was er getan hat jetzt in schutz nehmen zu wollen oder so...) und *hm* hat mir irgendwie gezeigt, dass ICH wirklich nichts dafür kann, dass das alles so passiert ist... naja, kann dazu ja mal mehr schreiben, wenn ihr Interesse habt.)

Also... wie seht ihr das. Haltet ihr so ne Art von Therapie für sinnvoll? würdet ihr das machen? Oder hat das von euch schomal wer gemacht... also ne Konfrontation mit nem Täter oder so?

Lg
Lian
Ja, ich befürworte es gern. Schließlich kommt kein Mann als Vergewaltiger zur Welt und jeder Täter ist anders. Ich kann andere betroffene Frauen verstehen, die anders denken aber das ist meine ganz private Haltung (auch wenn ich keinen persönlichen Kontakt zu einem Täter habe und mich damit vielleicht auch schwer tun würde). Es gibt meiner Meinung nach niemals eine Entschuldigung für eine Tat,aber ich würde heutzutage auch niemanden vorverurteilen ohne jemals ein Wort mit ihm gewechselt zu haben.

LG,Vicky
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Lian (17.04.2010)
Alt 17.04.2010, 17:07   #4
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Huhu,

danke für eure Antworten.


Zitat:
Das in den Einzeltherapien ist das dann Konfrontation mit dem eigenen Täter?
Ich bin mir nicht sicher. Sie schrieb nur, "mit dem Täter".
hmm.. ich find es immer wieder so krass, wie manche Theras versuchen, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Ich denke, gerade, wenn es um solche Sachen geht ist es wichtig, das selbst irgendwie auch zu wollen. Sonst wird das in den meisten Fällen wohl ziemlich schief gehen.

Zitat:
Ja, ich befürworte es gern. Schließlich kommt kein Mann als Vergewaltiger zur Welt und jeder Täter ist anders.
Okay gut, dann werd ich mich in den nächsten Tagen mal hinsetzen und was schreiben

Zitat:
Sobald ich diesen Mann nur sehe (ist letztes Jahr wieder passiert) kriege ich so dermaßen Angst, Ekel, mir wird schlecht, dass ich das wirklich nicht könnte....
Ich bin ziemlich gepannt, was passieren würde, wenn ich "ihn" wieder sehen würde. Nach der Beziehung hab ich anfangs sogar noch die Nähe zu ihm gesucht... aber um so mehr Abstand ich hatte, umso mehr Hass und Angst war da. Ich hab ihn nun seit gut zwei Jahren nicht mehr gesehen, weil er geheiratet hat und ein wenig weiter weg gezogen ist. Aber er hat noch seine beste Freundin und seine (und meine) Stammdisco in dem Ort wo ich wohn. Also immer wenn ich in Deutschland bin muss ich damit rechnen, ihm wieder zu begegnen... früher hat mir der Gedanke nichts ausgemacht, aber zur Zeit macht er mir Angst, weil ich einfach nicht weiß wie ich reagieren werde/soll.

Liebe Grüße
Lian
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Alt 17.04.2010, 18:22   #5
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Hi,

gehört hatte ich durch Zufall auch schon mal, jedoch hab ich mich noch nicht weiter damit beschäftigt. Da ich nicht zu Frauen zähle die solch schlimmen Erfahrungen durchlebten, kann ich nur bedingt etwas zu dem Thread beisteuern.

In den letzten Jahren hab ich einige sehr bewegte Schicksale erleben müssen und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass eine direkte Konfrontation mit einem Täter dem Mädchen gut getan hätte. Wie gesagt ich kann nur spekulieren, stell mir dies jedoch sehr schwierig vor.Nur vielleicht gibt es tatsächlich Frauen für die einer direkte Auseinandersetzung hilfreich ist. Das kann ich wie gesagt nicht beurteilen
Grundsätzlich würde ich sagen, wenn eine solche Therapie statt finde, dann sollte es meiner Auffassung nur in einer Gruppe und auf rein freiwilliger Basis geschehen. Alles andere aus meiner Sicht einfach nicht zumutbar.

Bin auch mal gespannt, wie andere hier darüber denken.

Liebe Grüße
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Lian (17.04.2010)
Alt 17.04.2010, 22:45   #6
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Zitat:
Zitat von Lian Beitrag anzeigen
Hey ihr lieben,

ich hab grad in einem anderen forum einen Bericht über eine Therapie gelesen und war doch etwas sprachlos.
Es handelte sich dabei um eine "gemischte" Gruppentherapie, in der Täter und Opfer gemeinsam in einer Gruppe waren...
Dazu kamen dann auch noch Konfrontationen in Einzelgesprächen... (die teilweise mehr oder weniger auch "erzwungen" wurden, wenn ich das richtig verstanden habe...)
Haltet ihr sowas für sinnvoll?
Also mit persönlich hat es viel gebracht, mich über Bücher usw. auch über die Täterseite zu informieren... aber ich glaub, wenn da einer vor mir sitzen würde und sagen würde, er hat das wegen dem und dem gemacht und so oder so war das für ihn... da wär ich früher glaub durchgedreht...

(Muss dazu sagen, dass ich heute auch Kontakt mir nem ehemaligen Täter hab und naja, zumindest seine Geschichte kann ich nachvollziehen (ohne das was er getan hat jetzt in schutz nehmen zu wollen oder so...) und *hm* hat mir irgendwie gezeigt, dass ICH wirklich nichts dafür kann, dass das alles so passiert ist... naja, kann dazu ja mal mehr schreiben, wenn ihr Interesse habt.)

Also... wie seht ihr das. Haltet ihr so ne Art von Therapie für sinnvoll? würdet ihr das machen? Oder hat das von euch schomal wer gemacht... also ne Konfrontation mit nem Täter oder so?

Lg
Lian
Hey,

davon lese ich jetzt das erste Mal.Auch wenn ich jetzt 8 Jahren in Behandlung und käme sowas für mich nicht in Frage. Keine Ahnung was ich mich meine Therapeutin machen würde, wenn sie mich zu Gruppe oder gar Einzelgesprächen drängen würde. Klares NEIN und halte ich nicht für sinnvoll.
Mondkind ist offline   Mit Zitat antworten
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Lian (17.04.2010)
Alt 18.04.2010, 15:20   #7
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Wow, auch wenn ich in den letzten Jahren verschiedenen Bücher über Täter gelesen hab und das für mich schon hilfreich war, könnte ich das nicht. So lange wie @Mondkind bin ich zwar nicht in Therapie aber ich bin der Meinung wie sie. Außerdem wüsste ich auch nicht was mir das bringen würde.

Zitat:
Zitat von Mondkind Beitrag anzeigen
Hey,

davon lese ich jetzt das erste Mal.Auch wenn ich jetzt 8 Jahren in Behandlung und käme sowas für mich nicht in Frage. Keine Ahnung was ich mich meine Therapeutin machen würde, wenn sie mich zu Gruppe oder gar Einzelgesprächen drängen würde. Klares NEIN und halte ich nicht für sinnvoll.
KleineElfe ist offline   Mit Zitat antworten
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Lian (18.04.2010)
Alt 20.04.2010, 20:07   #8
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Hallo,

allein bei dem Gedanken fang ich an zu zittern. Wenn ich so mit Tätern reden sollen....nein das ist ein Ding der Unmöglichkeit für mich.

LG,Ronja
Ronja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2010, 17:48   #9
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Vielleicht würde mir eine Gruppe heute so sogar helfen. K.A. Denn auf bestimmte Fragen fehlen mir noch immer die Antworten. Allerdings müßte mein Freund dabei sein .Ohne ihn würde ich mich einfach nicht sicherfühlen.
Tinchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2010, 13:28   #10
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Standard AW: Gemischte Gruppen, Konfrontation?

Huhu,

mich würde mal interssieren, ob jemand von unseren neuen Mitglieder evtl. Erfahrungen im so einer Gruppe gemacht hat.

LG,Vicky
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Antwort

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