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Frankfurter Frauennotruf: Mehr Fälle sexueller Gewalt unter Alkoholeinfluss
Frankfurt am Main, Januar 2011. Das Thema ist alt bekannt: junge Frauen trinken zu viel oder jemand schüttet ihnen eine Droge ins Glas. Neu ist allerdings, dass immer mehr junge Frauen von sexuellen Übergriffen unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol berichten. Obwohl Frauen und Mädchen nach hohem Alkoholkonsum oder der kombinierten Einnahme von Drogen, Alkohol und Medikamenten stärker gefährdet sind, fühlen sie sich in ihrer Umgebung oft scheinbar sicher. Gudrun Wörsdörfer vom Frauennotruf berichtet: „Viele junge Frauen rechnen nicht mit einer Vergewaltigung, auch dann nicht, wenn sie exzessiv trinken.“ Tatsächlich sind die Täter oft aus dem halbprivaten Umfeld bekannt: eine Servicekraft auf einer privaten Party, flüchtige Bekannte aus der Disco oder Kneipe. Oft können sie sich nur bruchstückhaft erinnern und fühlen sich mitverantwortlich für das Geschehene. Sie sind stark verunsichert, wissen nicht, was sie tun sollen. Viele Betroffene lassen sich nicht medizinisch behandeln, obwohl sie dringend zum Arzt gehen sollten. Nur wenige Betroffene finden den Weg zur Polizei, können sich selten zu einer Strafanzeige durchringen. Gudrun Wörsdörfer ist sich sicher: „Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer bei diesen Delikten aus. Die jungen Frauen wissen oft nicht genau, was mit ihnen passiert ist und befürchten deshalb kein Verständnis und keine Hilfe zu finden.“ Um junge Frauen, Eltern sowie Fachkräfte aus Medizin und Jugendarbeit umfassend zu informieren, veröffentlichten die hessischen Frauennotrufe mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit bereits im vergangenen Jahr einen Informationsflyer. Der Flyer fasst wichtige Informationen zum Thema zusammen und gibt Empfehlungen, wie Betroffene sich schützen können. Gudrun Wörsdörfer vom Frauennotruf: „Keiner will den Jugendlichen das Feiern verbieten. Wir wollen nur auf die Risiken, die mit massivem Alkohol- und Drogenkonsum verbunden sind, aufmerksam machen.“ Der Informationsbedarf ist enorm. Die erste Auflage des Flyers von 35.000 Stück, den der Frauennotruf im Sommer 2010 hessenweit vorstellte, ist bereits vergriffen. Die zweite hessenweite Auflage liegt bei 25.000 Exemplaren. Verschickt wurde der Flyer in Frankfurt bereits an alle Krankenhäuser, Drogenberatungsstellen, an das Jugendamt, Sozialrathäuser, Erziehungsberatungsstellen, Polizeireviere, Jugend- und Freitzeiteinrichtungen und an alle Frauenbeauftragte in Hessen. Weitere Informationen unter www.frauennotruf-frankfurt.de. Der Frauennotruf Frankfurt berät bereits seit fast 30 Jahren Betroffene schnell, konkret und kostenlos. Obwohl der Frauennotruf von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen Unterstützung erhält, ist die Beratungsstelle auf Spenden angewiesen. Quelle: www.frauennotruf-frankfurt.de Kontrollverlust durch K.O.-Tropfen und Alkohol - Flyer zum Download Geändert von Chris (24.02.2011 um 14:25 Uhr) |
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