![]() |
|
|
#1 |
|
Stamm Mitglied
Registriert seit: 17.09.2011
Alter: 43
Geschlecht:
Beiträge: 77
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 163 Danke für 43 Beiträge
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Hallo ihr alle,
an vielen Themenüberschriften sehe ich, dass ihr euch die gleichen Gedanken macht, wie ich sie mir gemacht habe. Ich habe lange nicht verstanden, warum ich in einem solche Ausmass soziale Ausgrenzung erfahre, ja regelrecht isoliert wurde und werde. Gedanken wie, bin ich denn so ein komischer Vogel, bin ich nicht zu ertragen, merkwürdig? Also, liegt es an mir? Es hat mich sehr lange beschäftigt. Ich wohne auf dem Land und jeder, aber auch wirklich jeder weiß was mir passiert ist. Ich wurde und werde gemieden, man wechselte die Straßenseite, tuschelte, wenn ich ein Geschäft betrat. Ich hab alles versucht, Offenheit, Freundlichkeit, alles. Und irgendwann bin ich über den Begriff "sekundäre Viktimisierung" gefallen. es gibt Studien zu diesem Verhalten. Grob gesagt, heißt es, das jeder Mensch seine Lebenssicherheit aus zwei Quellen bezieht. 1. Wenn ich niemanden etwas tue, tut mir auch keiner was. Und 2. ich entscheide über meinen Lebensweg. So und nun kommen wir, die diese Lebensüberzeugung ja quasi ad absurdum führen. Und das macht Angst und was machen Menschen mit Angst? Entweder..... Vermeiden..Angstauslöser vermeiden, also uns. Oder Sicherheit wieder herstellen, indem man sich eben sagt, ggf. auch laut, der- oder diejenige hat ja durch eigenes Verhalten diese Situation herbeigeführt. Dann funktioniert nämlich wieder die Überzeugung, aus Punkt 1. das sind dann die Aussagen, die uns so kränken, "bei dem kurzen Rock, selber Schuld", oder ähnliches. Eigentlich heißt das dann für mich, das genau diese Menschen die größten Ängste haben. Sie wissen es nur nicht. ich hab übrigens mal für mich festgestellt, dass Menschen mit religiöser Überzeugung (egal welche Religion) auf meine Biografie nicht mit diesem Verhalten reagieren. Sie scheinen ihre Lebenssicherheit aus einer anderen Quelle zu beziehen. Mir hat das geholfen, weil es eben nicht an mir liegt. Vielleicht hilft es euch ja auch, ich möchte das Verhalten ja wenigstens verstehen können. Bis denn |
|
|
|
|
|
#2 | ||
|
Forum Engel
Registriert seit: 30.05.2010
Ort: Schleswig-Holstein
Alter: 23
Geschlecht:
Beiträge: 279
Stimmung:
Abgegebene Danke: 303
Erhielt 233 Danke für 106 Beiträge
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Hallo @Pink Panther,
ich hab schon einige Postings von dir hier gelesen und möchte dir zunächst mein aufrichtiges Mitgefühl mitteilen. Persönlich bin ich keine Betroffene, hab jedoch meine Schwester infolge von sexuelle Gewalt verloren. Jetzt aber zum Thema.... Ich selbst mußte bisher keine soziale Ausgrenzung erleben, sondern wurde von meinem sozialen Umfeld in wirklich schlimmen Situationen stehts gut aufgefangen. Allerdings bin ich in einer Geschwistergruppe und erlebt dort öfters ähnliches was du schilderst. Woran dies nun tatsächlich liegt...hm ich glaube die Gründe immer verschieden und denoch irgendwie gleich. ![]() Menschen, die sich mit den Folgen der Taten oder der Trauerabeit in ihrem Leben nie beschäftigten mußten, haben sicherlich aufgrund ihren eigenen Hilflosigkeit Berühungsängste mit diesen Themen und wissen nicht wie sie Angehörigen umgehen sollen. Diese Erkenntnis hat mir persönlich, mit bestimmten Alltagssituationen vielleicht nicht besser jedoch anderes umzugehen. Zum Thema Viktimisierung hatte @Vicky mal 2 Themen eröffenet, welche ich nicht schlecht finde. Vielleicht magst du dort auch mal reinschauen.
lg Jeanny |
||
|
|
|
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Jeanny für den Beitrag: | Vicky (18.09.2011) |
|
|
#3 | |
|
Mitglied
Registriert seit: 20.01.2011
Ort: Unterfranken
Alter: 31
Geschlecht:
Beiträge: 35
Abgegebene Danke: 41
Erhielt 21 Danke für 7 Beiträge
![]() ![]() ![]() ![]() |
Zitat:
Das fehlende Verständnis bzgl. der Folgen und das ständige Gefühl sich gegenüber anderen rechtfertigten zu müssen, ist etwas was mich zur Zeit sehr viel Kraft kostet. Kraft die ich eigentlich nicht hab..... |
|
|
|
|
|
|
#4 |
|
Stamm Mitglied
Themenstarter
Registriert seit: 17.09.2011
Alter: 43
Geschlecht:
Beiträge: 77
Abgegebene Danke: 3
Erhielt 163 Danke für 43 Beiträge
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Hallo Alessa,
ich befürchte das kennen hier fast alle. Ich habe keine ultimative Lösung für das Problem, aber es fällt mir nun ein wenig leichter, das Verhalten zu verstehen. Integration funktioniert am ehesten dort, wo sich Menschen mit einem gemeinsamen Interesse treffen. ZB. beim Musik machen, oder tanzen, VHS Kurse, geht auch auf AKW Demo´s. ;-) ich habe ja nicht ständig das Bedürfnis, mit jedem dahergelaufenen Hinz und Kunz immer zu jeder Zeit und Gelegenheit mich über Straftaten zu unterhalten. ich bin ja genau dann froh, wenn dieser Irrsinn mal nicht da ist. meine Gedanken etwas anderes wahrnehmen, in meinem Kopf mal etwas anderes ist. Ja, es ist wahnsinnig anstrengend, hab ich auch immer wieder versucht. Meist war der Tag dann für mich gelaufen, bohrende Kopfschmerzen und ähnliches mehr. Das ist gar nicht gesund. Und eine Grenze wie "ich möchte nicht weiter darüber reden", wird ja auch eher selten akzeptiert. Vielleicht kannst du wirklich versuchen, dir einen Bereich zu suchen, wo ein ganz anderes Interesse Menschen zusammenführt. Ich lerne jetzt ein Instrument, würde auch gerne einen Zeichenkurs machen. Vielleicht ist das eine Idee für dich. Die VHS Kurse fangen jetzt gerade alle an. LG |
|
|
|
|
|
#5 |
|
Mitglied
Registriert seit: 28.03.2011
Alter: 36
Geschlecht:
Beiträge: 51
Stimmung:
Abgegebene Danke: 32
Erhielt 16 Danke für 10 Beiträge
![]() ![]() ![]() |
Hey @Alessa,
da kann ich @Pink Panther nur zustimmen. Ich denke die meisten hier haben ähnliche Erfahrungen oder kennen jemanden aus dem sozialen Umfeld der nach Gewalterfahrungen ausgrenzt wird oder dem teilweise sogar eine Mitschuld suggeriert wird. Warum man im gesellschafftlichen Alltag so mit Betroffenen umspringt kann auch ich nur teilweise erklären und die meisten Erklärungen werden dir sicher auch nicht helfen. Nur die bist damit nicht allein. Wichtig finde es jedoch dass man sich nicht "freiwillig" die typische Opferrolle begibt, sondern sich mit Menschen umgibt die einem guttun und ein schlechten abfangen, sich aber gleichzeit von Personen distanziert die einen negativen Einfluß auf einen haben. |
|
|
|
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Pina für den Beitrag: | Alessa (20.09.2011) |
![]() |
| Stichworte |
| diskriminierung, menschen mit gewalterfahrungen, sekundäre viktimisierung, strukturelle benachteiligung von betroffenen, viktimisierung |
| Themen-Optionen | |
|
|
Partnerseiten von www.verletzte-seelen.info
|
|||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||