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Alt 06.04.2011, 16:36   #1
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Standard Schwarzer Tag für den Kampf gegen Pädokriminalität im Internet

Deutsche Kinderhilfe e.V., 06.04.2011
Zitat:
Schwarzer Tag für den Kampf gegen Pädokriminalität im Internet – Deutsche Kinderhilfe fordert Sperren von sog. „Kinderpornographie“ im Netz

Die Ankündigung der Regierung, das bereits vom Deutschen Bundestag beschlossene Gesetz zum Sperren sog. „kinderpornographischer“ Seiten im Internet zurückzunehmen, zeigt aus Sicht der Deutschen Kinderhilfe, wie hilf- und offenkundig willenlos die Bundesregierung im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ist. Nicht nur, dass sich Deutschland damit in Europa weiter isoliert, denn jüngst haben sich die EU-Mitglieder darauf verständigt, das Accessblocking europaweit einzuführen, mit der Rücknahme wird ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Krake der Pädokriminalität im Internet aufgegeben. Es geht nicht um die vereinfachte Formel „Löschen oder Sperren“, es geht um den Vorrang des Löschens bei gleichzeitiger Nutzung des Sperrens bis zur Löschung und dort, wo Löschen nicht möglich ist. Das Sperren ist nicht das alleinige Mittel, aber es ist ein wichtiges Mittel, die Würde der Opfer zu wahren und denjenigen, die im Netz auf solche Seiten stoßen, unmissverständlich klar zu machen, dass es hier um eine Straftat geht. Derjenige, der die Sperren umgeht, was technisch machbar ist, offenbart seine kriminelle Energie und kann dann auch konsequent verfolgt werden.

„Der Hinweis der Justizministerin auf Löschungserfolge nach zwei bis vier Wochen ist ein Argument für das Beibehalten der Sperren und verhöhnt die Opfer. Experten sagen, dass gerade Pädokriminelle im schnelllebigen Internet die Adressen einfach wechseln und aus Verfolgungsdruck die Seiten in den ersten drei bis fünf Tagen abrufen“, so Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe heute in Berlin. „Einen echten Erfolg des Löschens kann man nur erkennen, wenn es gelingt, alle gemeldeten und festgestellten Seiten innerhalb von längstens zwei Tagen vom Netz zu bekommen. Das gelingt aber kaum und deshalb müssen Anbieter, die „kinderpornographische“ Inhalte über ihre Server zulassen, gesperrt werden!“

Das nun gekippte Zugangserschwerungsgesetz war der erste Schritt der Politik, etwas auf diesem Gebiet zu tun. Die Deutsche Kinderhilfe fordert seit zwei Jahren die Einrichtung eines Runden Tisches mit Vertretern der Internetindustrie, Experten, Internetbeschwerdestellen, Opferschutzverbänden, Polizeibehörden und den Gegnern dieses Gesetzes, um die besten, effektivsten und aktuellsten technischen Sperr- und Löschmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Politik hat hier den Interessen der Internetindustrielobby nachgegeben, die die in der Tat erheblichen Kosten, die für das Accesblocking anfallen werden, aus Profitinteresse nicht aufwenden will.

Die Rücknahme des Gesetzes verdeutlicht, dass die als euphemistisch verharmloste sog. „Kinderpornographie“, die den realen Missbrauch, das Quälen bis hin zum Töten von Kleinkindern und Säuglingen zeigt, für die Regierung weiterhin nur ein Kavaliersdelikt ist. Immer noch ist das Herunterladen von Hollywoodfilmen mit drei Jahren Haft belegt, während derjenige, der durch das Bezahlen und Tauschen der Seiten den realen Missbrauch ermöglicht, als Täter hinter den Tätern nur bis zu zwei Jahre Haft erhält. Immer noch ist der sexuelle Missbrauch von Kindern nur ein Vergehen, die sexuelle Nötigung Erwachsener, Raub und Drogenhandel aber ein Verbrechen.

Es fehlt insgesamt ein Konzept der Regierung, wie mit dem Thema sexuelle Gewalt im Internet umgegangen wird, auch der Runde Tisch hat dieses Thema ausgeklammert.

„Ohne Sperren der Angebote, ohne konsequentes Löschen, ohne mehr Schwerpunktabteilungen, ohne bessere internationale Zusammenarbeit, ohne eine Verschärfung des Strafgesetzbuches und ein ganzheitliches Konzept der Regierung wird es keine nennenswerten Veränderungen geben,“ kritisiert Georg Ehrmann. „Es ist offensichtlich, dass hier auf dem Rücken der Opfer sexualisierter Gewalt und unter dem Mantel eines in diesem Zusammenhang fragwürdigen Freiheitsbegriffs reine Partei- und Klientelpolitik betrieben wird. Hier von einem Sieg zu sprechen, zeigt das ganze Ausmaß politischer Ignoranz den Opfern gegenüber.“

Für Rückfragen und Informationen steht ihnen der Vorstandsvorsitzende, Georg Ehrmann, unter 0160 3645685 und der Vorstandsprecher, Rolf Stöckel, unter 0173 2993729 zur Verfügung.

Pressekontakt
Deutsche Kinderhilfe e.V.

Rolf Stöckel
Vorstandssprecher
Tel.: 030/24 34 29 40
FAX: 030/24 34 29 49
Mobil: 0173/2993729
presse@kinderhilfe.de
www.kinderhilfe.de.

Deutsche Kinderhilfe e.V.
Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin


Die Veröffentlichung dieser Pressemittlung auf unserer Webseite erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Kinderhilfe e.V.

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Chris (06.04.2011), Inseljunge (07.04.2011), Ronja (06.04.2011), Sahra-Marie (06.04.2011)
Alt 06.04.2011, 19:43   #2
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Standard AW: Schwarzer Tag für den Kampf gegen Pädokriminalität im Internet

Ein Standpunkt den ich teile.
Ansonsten halte ich mich bei dieser Thematik zurück. Denn von den Debatten, welche seit Jahren auf politischen Ebenen geführt werden und die in letzten Jahren sicherlich jeder uns irgendwie verfolgt hat bin ich persönliches nur frustriert. Denn ist das Thema sexueller Missbrauch von Kindern meiner Auffassung nach viel zu häufig für die für parteipolitische Interessen und die Profilierung einzelner Personen benutzt. Wodurch Betroffene erneut missbraucht werden.
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Jeanny (06.04.2011), KleineElfe (06.04.2011), Vicky (06.04.2011)
Alt 08.04.2011, 16:32   #3
Forum Engel

 
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Standard AW: Schwarzer Tag für den Kampf gegen Pädokriminalität im Internet

Hallo,

die Vernunft hat bei dieser schwierigen Entscheidung bei Schwarz-Gelb scheinbar doch gesiegt. Das mag einige ärgern, deshalb möchte ich meine persönlichen Standpunkt mit folgendem Artikel kurz begründen. Klick -->Netzsperren: Von der Leyens unseriöse Argumentation | Digital | ZEIT ONLINE

Ich begrüße zwar jegliche Bemühungen um die Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Material zu bekämpfen, denn hinter jedem Bild oder Video steckt der reale Missbrauch eines Kindes, aber ich bin einen klarer Gegner von Internetsperren jeglicher Art.

Die Verbreitung von kinderpornografischen Material erfolgt zum überwiegend Teil nicht übers "normal" Web, sondern über Chat- und Filesharing Programme.
Was die WhiteIT Studie des Kriminalwissenschaftlichen Instituts der Universität Hannover belegt. Klick -->Was nützt gegen Verbreitung von Kinderpornografie? | c't

Für ein härteres Vorgehen gegen Kinderpornografie im Netz, müssen verdeckte Ermittler der LKA`s vor allem mehr Befugnisse erhalten. Beispielweise indem die jeweiligen Beamten im Rahmen ihrer Ermittlungsarbeit straflos gestellt werden, wenn sie Materialien mit Tätern austauschen. Ein Bestreben des ehemaligen Bundesinnenministers Thomas de Maizière. Ob dieses Vorhaben allerdings umgesetzt wurde entzieht sich meiner Kenntnis.

Viele Grüße
Mütze
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Alt 08.04.2011, 17:23   #4
Forum Engel

 
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Standard AW: Schwarzer Tag für den Kampf gegen Pädokriminalität im Internet

Hey,

dieser Artikel ist auch beim NetzwerkB zu lesen, allerdings hatte dort meinen Senf abgeliefert und möchte es auch hier ebenfalls nicht tun.

Aber: Lieber @Mütze,
für diese Worte möchte ich dir einfach danken.

Zitat:
Zitat von Mütze Beitrag anzeigen
Ich begrüße zwar jegliche Bemühungen um die Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Materialien zu bekämpfen, denn hinter jedem Bild oder Video steckt der reale Missbrauch eines Kindes, aber ich bin einen klarer Gegner von Internetsperren jeglicher Art.

Viele Grüße
Mütze
Bei jeglichen Debatten bzgl dieses wirklich schwierigen und komplexen Thema`s, darf diese Tatsache niemand aus den Augen verlieren!

lg Jeanny
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Vicky (08.04.2011)
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Stichworte
bekämpfung von kinderpornografie im internet, pädokriminalität im internet, sexualisierte gewalt, umgang mit kipo-seiten im internet

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